Quelle der Entstehung unserer modernen Gesellschaft

Reaktion auf „Moral. Die Erfindung von Gut und Böse.“ Prof. Dr. Hanno Sauer

Was ist vor wenigen Jahrhunderten passiert, dass moderne Gesellschaften entstanden sind? Warum ist es passiert? Und warum ist es gerade an diesen Orten passiert? Wie kamen die Ideen von Gleichheit, Freiheit und ökonomischer Unabhängigkeit in die Menschheitsgeschichte?

Sie kamen nicht überall zur gleichen Zeit auf, sondern vor etwa 500 Jahren in den Ländern, die wir heute als westlich bezeichnen. Die klassische Erklärung, warum diese gesellschaftsverändernden Ideen sich hier etabliert haben, kommt von Max Weber im Zusammenhang mit der protestantischen Arbeitsethik.

Weber sagte, dass «das Streben nach möglichst hohem Geldgewinn» erstmal gar nichts mit Kapitalismus zu tun hat. Dieses Streben fand man an allen Orten und in allen Gesellschaftsschichten. Es muss «Rentabilität» dazu kommen. Das heisst, man muss fähig sein, Geld zurückzuhalten, um es wieder investieren zu können. So erzeugt man erneuten und langfristigen Gewinn. Um Geld zu sparen, braucht es Selbstbeherrschung. Und diese findet man in der protestantischen Ethik.

Natürlich kommen noch weitere Faktoren dazu. Durch die Reformation begannen die Protestanten selber die Heilige Schrift zu erforschen. Lesen und Schreiben wurde gefördert. Es wurde debattiert über die Inhalte. Rationalität war gefragt. Die neuen Erkenntnisse führten zur protestantischen Arbeitsethik. Zum Beispiel entdeckte man den arbeitenden Gott. Gott arbeitete sechs Tage an der Schöpfung. Warum also sollten es nicht auch die Menschen so tun? Sie waren ja schliesslich im Ebenbild Gottes geschaffen worden. Bei den Calvinisten kam noch der Gedanke dazu, dass wirtschaftlicher Erfolg eine Art Hinweis sei, für die Zugehörigkeit zu den Auserwählten, die einmal eine schöne Ewigkeit mir Gott verbringen würden. Diese Arbeitsethik führte zu einem wirtschaftlichen Vorteil gegenüber anderen Regionen und Ländern.

Prof. Dr. Hanno Sauer meint, dass dieser klassische und erster Erklärungsversuch anhand der protestantischen Arbeitsethik heute kritisch angeschaut wird. Der Versuch gehe nicht weit oder tief genug. Insbesondere die Frage bleibe offen, woher denn diese ungewöhnliche Religion komme.

Es gibt noch einen zweiten, heute sehr populärer Erklärungsversuch. Insbesondere Menschen, die den Kapitalismus, die Globalisierung und die ausbeuterische, moderne Gesellschaft kritisieren möchten, bedienen sich gerne dieser These. Sie soll zeigen, dass bereits die Wurzel der modernen Gesellschaft verrottet war: diese westlichen Länder wurden reich durch die Ausbeutung anderer Länder. Auch wenn Kritik geübt werden kann und muss an der Kolonialisierung, bleibt eine Frage offen: Wie kamen diese Länder zu ihrem anfänglichen Vorteil? Warum konnten sie bessere Fortbewegungsmittel und Waffen erbauen, als die Länder, die sie ausbeuten konnten? Wie entstand ihre anfängliche Überlegenheit. Also kann man den ersten Erklärungsversuch vor den zweiten stellen und ist wieder am selben Punkt.

Saurer’s bevorzugter und dritter Erklärungsversuch kommt von Joseph Henrich: «Aus gar nicht so genau erklärten Gründen, sondern eher halb zufällig» (Zitat Hanno Saurer), begann die westliche Kirche in der damals dominanten Region ein fundamentales Prinzip sozialer Organisation aufzubrechen, nämlich Verwandtschaft. Sie tat das in erster Linie mit dem Verbot der Heirat von Cousins oder Cousinen. So wurde es schwieriger, die Leitung von Institutionen einfach weiter zu vererben. Allmählich führte dies zur Formation der modernen Institutionen. Ämter wurden nicht mehr einfach an einen nahen Verwandten vergeben, wie das heute noch in vielen Kulturen der Fall ist, sondern die passende Person wurde gesucht.

Gibt es aber vielleicht erklärbare Gründe für die Schwächung des Sippendenkens? Und warum war diese Region schon dominant? Ich frage mich, ob man nicht mehr Antworten finden würde, wenn man den Gedanken zulässt, dass die Quelle dieser grossen, gesellschaftlichen Veränderung das Leben und die Lehre von Jesus Christus ist.

Denn das Aufbrechen der verwandtschaftlichen Banden ist bereits bei Jesus zu sehen. Sein auserwähltes, weltveränderndes Team waren nicht Familienmitglieder, sondern Studenten, die er aus der Gesellschaft bewusst zusammensuchte. Er sah sich völlig vereint mit ihnen, wie eine Familie. Wie «gleiches» Blut in den Adern von Blutsverwandten fliesst, wollte er in den Jüngern gegenwärtig sein, so wie Gott in ihm war. (Johannes 17) Auch bezeichnete Jesus die Menschen, die nah um ihn herum waren, um ihm zuzuhören, als seine Brüder und Schwestern. (Markus 3,34). Jesus brach also bereits die Familienbande auf und formte sie zu einer neuen Körperschaft der Gläubigen zusammen. Und als mit Judas ein Jünger wegfiel, wählten die verbleibenden 11 Jünger demokratisch einen Ersatz (Apg 1, 15-26).

Es klingt aus meiner Sicht durchaus glaubwürdig, dass der klassische Erklärungsversuch von Max Weber noch immer stimmt und diese ungewöhnliche Religion (der Protestantismus) von dem Mann kam, der 1500 Jahre zuvor in Israel predigte, am Kreuz starb und von den Toden auferweckt wurde.

DAS Wort für Weihnachten

Am Anfang war das Wort; das Wort war bei Gott, und das Wort war Gott. (Johannes 1,1 NGÜ)

Der Schöpfungssatz aus 1. Mose 1,1 gab uns die Zahlen 2701 = 37 * 73. Im neutestamentlichen Schöpfungssatz Johannes 1,1 ist der Fokus auf DEM Wort:

λoγoσ logos 30+70+3+70+200 = 373

„Logos“ deutet auf die Schöpfungsordnung hin und als Christen verbinden wir es mit Jesus, in dem die Fülle der Gottheit gegenwärtig war (Kolosser 2,9).

Logos ebenfalls als Stern am Weihnachtshimmel. Der Stern besteht aus 6 Sechsecken und 7 Sternen oder anders formuliert:

373 = 3 * 19 + 7 * 37 + 3 * 19

Jesaja gibt dem Weihnachtskind vier ausseronrdentliche Namen:

Denn ein Kind ist uns geboren, ein Sohn uns gegeben, und die Herrschaft ruht auf seiner Schulter; und man nennt seinen Namen: Wunderbarer Ratgeber, starker Gott, Vater der Ewigkeit, Fürst des Friedens. (Jesaja 9,5 Elberfelder)

Alle Buchstaben dieser vier Namen ergeben zusammen den Zahlenwert 1492.

1492 = 4 * 373

Die vier Namen haben den vierfachen Wert vom Wort Logos. Jeder Name weisst auf DAS Wort, Jesus, Logos, hin. Das Wort Logos kommt in diesem berühmten Prolog aus Johannes 1, 1-18 viermal vor.

FROHE WEIHNACHTEN 2025!

Die faszinierendste Zahl im wichtigsten Satz, der je geschrieben wurde?!

1. Buch Moses 1,1 “Im Anfang schuf Gott die Himmel und die Erde.”

Welchen Satz der Bibel würdest Du als den wichtigsten wählen? Für mich wäre es der erste Satz der Bibel. Allein die Aussage, dass es einen Schöpfer gibt,… Aber sollte es nicht ein Satz von Jesus sein? Ja, irgendwie schon, aber genau IHN finden wir eben auch schon in mehrfacherweise in diesem Wundersatz mit der Wunderzahl 2701.

im Anfangבראשׁית BRASJT2_200_1_300_10_400913
schufברא BRA2_200_1203
Gottאלהימ ALHJM1_30_5_10_4086
**את AT1_400401
die Himmelהשׁמימ HSMJM5_300_40_10_40395
und**ואת WAT6_1_400407
die Erde.הארצ HARß5_1_200_90296

Jeder Buchstabe im Hebräischen Alphabet ist gleichzeitig eine Zahl (siehe dazu Tabelle Hebräisches Alphabet.) Zählt man die 7 Worte dieses Satzes zusammen erhält man:

913 + 203 + 86 + 401 + 395 + 407 + 296 = 2701

Spiegelt man diese Zahl und addiert sie erhält man folgendes:

2701 + 1072 = 3773

Dies ist bereits ein Hinweis, auf die Primfaktorenzerlegung dieser Wunderzahl. Die kleinsten Zahlen, die man nehmen kann, um 2701 als Malrechnung darstellen zu können, sind 37 und 73.

37 * 73 = 2701.

Beide Teiler sind Sternzahlen, das heisst, wir können einen grossen Stern aus 37 kleineren Sternen formen, die ihrerseits aus je 73 Sternen (Punkten) bestehen.

Gibt man Christus in Google translate ein, dann erhält man „ישו הנוצרי“, yeshu hanotzri, Jesus von Nazareth. In einer zweiten, beliebten Zählweise, zählt man die Positionen der Buchstaben im AlephBeth zusammen.

ישו = Jesu = Jota ist der zehnte Buchstaben im Alephbeth; Shin ist der 21. Buchstaben und Vav ist der 6. Buchstaben = 10 + 21+ 6 = 37

הנוצרי = von Nazareth = 5 + 14 + 6 + 18 + 20 + 10 = 73

So steht Jesus als grosser Stern am Weihnachtshimmel. Hier besteht der Stern aus 73 Sternen mit jeweils 37 Sternen geformt.

Frohe Weihnachtstage 2025!

Das Herz

“Sollte ein hohler Mensch beherzt (בבלי JLBB) werden oder ein Wildesselsfüllen als Mensch geboren werden?» Hiob 11,12

Was macht den Menschen aus? Was unterscheidet ihn vom Wildesselsfüllen? Etwa nur der andersgeformte Körper?

In der Bibel wird das Herz als innerstes Organ angesehen. Das Herz ist das Zentrum von allem. Von ihm geht Leben aus.

«Mehr als alles andere behüte dein Herz; denn von ihm geht das Leben aus.» Sprüche 4,23 (Schlachter 2000)

Der Mensch besteht aus zwei Behausungen, die gleichzeitig eine sind. Der Körper ist die Sichtbare Behausung. Das Herz dient in der Bibel als Bild für die innere Behausung des Lebens.

Die Lamed ist der innerste, der mittlere Buchstaben des Alephbeth. Das hebräische Wort für Herz beginnt mit der Lamed.

לֵבָב LBB, 30_2_2

Um das Wort für Herz zu formen kommen noch zwei Beth dazu. Beth bedeutet Haus. Die Verbindung nach oben (siehe letzter Blogeintrag) hat nun zwei Behausungen, die innere und die äussere.

Wir Menschen sollen nun unser Herz, unsere Innenwelt, mehr als alles andere behüten. Aus ihm kommt Leben, wenn es mit Gott verbunden ist. Ohne gute Quelle bringt es Unreines, Unheilvolles hervor.

Nicht das, was zum Mund hineinkommt, verunreinigt den Menschen, sondern was aus dem Mund herauskommt, das verunreinigt den Menschen. (Matthäus 15,11 Schlachter 2000)

Shabbat Shalom!

Wieder 30 Silberlinge

Judas verriet Jesus für 30 Silberlinge. 30 Silberlinge kommen beim Propheten Sacharja im 11 Kapitel auch vor.

Gemäss Dr. Baruch Korman ist dieses Kapitel eines der schwerverständlichsten der ganzen Bibel. Ich fand seine Interpretation des Kapitels sehr spannend und werde sie deshalb hier einfliessen lassen in Ergänzung zu meinen eigenen Gedanken.

In erster Linie handelt dieses Kapitel vom Gericht oder von der Zurechtweisung. Wie wird das Gericht kommen? Vers 6 klärt auf:

Darum will ich die Bewohner des Landes auch nicht mehr verschonen, spricht der HERR, sondern siehe, ich will die Menschen preisgeben, jeden in die Hand seines Nächsten und in die Hand seines Königs; die werden das Land verheeren, und ich werde es nicht aus ihrer Hand erretten. (Vers 6, Schlachter 2000)

  1. Die Menschen werden einander preisgegeben.
  2. Sie werden einem nichtsnutzigen König preisgegeben.

Baruch ordnet diesen Text klar der Zeit des Messias Ben Joseph, also Jesus von Nazareth, zu. Jesus spricht also in der ersten Person. Er soll die Schafe hüten (Vers 4) Die aktuellen Leiter der Menschen verkaufen ihr Volk für ihren eigenen Gewinn und fühlen sich erst noch dafür von Gott als gesegnet.

Zuerst macht der Messias sich zwei Hirtenstäbe (Vers 7). Den einen nennt er «Noam», was soviel bedeutet wie «angenehm». Dies erinnert im Deutschen an «angenommen sein». Den anderen nennt er «Chovlim», was «Bande» bedeutet. Er vertilgt nun gleich in einem Monat drei schlechte Hirten. Nach Baruch könnte es sich hier um die Priester, die Ältesten und die Sanhedrin handeln.

Aber trotzdem wird der Messias ungeduldig mit den Schafen und sie weisen ihn auch zurück. (Vers 8) Er hört auf die Schafe zu hüten.

Dann bricht er denn ersten Stab, steht in der deutschen Übersetzung.  Baruch aber sagt, dass hier «cut down», fällen, steht. Damit bleibt der Stumpf stehen und mit ihm die Hoffnung, dass wieder etwas aus dem Stumpf wächst.

Der erste Stab spricht von der ersten Art von Gericht: ein jeder wendet sich gegen seinen Nächsten. Baruch übersetzt Vers 11 folgendermassen:

“And I will say to them, “If it’s good in your eyes give me My wage; if not cease (from what you are doing), but they weighed out My wage: 30 pieces of silver.”

And I will say to them – Ich werde ihnen, den führenden Juden, sagen:

 “If it’s good in your eyes – wenn es recht ist in euren Augen, mit anderen Worten: Trefft eine Entscheidung.

give me My wage; – Gebt mir meinen Lohn.

if not cease (from what you are doing) – wenn ihr euch dagegen entscheidet, dann geht auf die Seite und macht dem Messias Platz, damit er wirken kann.

but they weighed out My wage: 30 pieces of silver. : Aber sie wogen seinen Lohn ab. 30 Silberlinge.

Die Zeit der Trauer ist im Judentum 30 Tage. Deshalb sieht Baruch hier die Zahlung als ein Hinweis, dass der Preis der 30 Silberlinge, der Preis für den Tod des Messias darstellt.

Sie wenden sich gegen ihren Hirten aus ihren eigenen Reihen. Gott ordnet in Vers 13 an, dass die 30 Silberlinge in den Tempel kommen, wo sie wieder in eine neue Form gebracht werden können vom Einschmelzer, bzw. vom Töpfer (Vers 13).

Genauso geschah es mit Jesus, wie es hier prophetisch vorhergesehen wurde. Judas (יְהוּדָה, 10_5_6_4_5, TW 30), der Jünger mit Namen des gleichnamigen, führenden Stammes der Israeliten, verriet ihn aus den eigenen Reihen. Er erhielt dafür 30 Silberlinge. Diese warf er wieder in den Tempel zurück. Die führenden Juden kauften dafür den Acker des Töpfers, worauf die Fremden beerdigt werden konnten (Matthäus 27, 5-8). Aus dem Stumpf war also bereits wieder ein Segen für die Völker gewachsen.

Mit dem zweiten Stab fällt der Bund zwischen Israel und Juda, zwischen den Israeliten und ihrem führenden Stamm Juda. Sie erhalten nun einen nichtsnutzigen Hirten, «der das Vermisste nicht sucht, das Zerstreute nicht sammelt, das Verwundete nicht heilt, das Gesunde nicht versorgt»(Vers 16, Schlachter 2000).

Jesus wollte ihnen ein guter Hirte sein, der zum Volk schauen würde:

»Der Geist des Herrn ist auf mir, weil er mich gesalbt hat, den Armen frohe Botschaft zu verkünden; er hat mich gesandt, zu heilen, die zerbrochenen Herzens sind, Gefangenen Befreiung zu verkünden und den Blinden, dass sie wieder sehend werden, Zerschlagene in Freiheit zu setzen, um zu verkündigen das angenehme Jahr des Herrn.« (Lukas 4, 18/19, Schlachter 2000)

Doch die Schafe nahmen den Messias nicht als ihren Hirten an und liessen ihn stattdessen lieber von Rom töten. Damit war dann auch schon klar, wer der neue, nichtsnutzige Hirte sein würde. 70 n. Chr. zerstörte dieser Hirte den Tempel und zerschlug das ganze Volk Israel ins Exil. Doch dies sollte nicht das Ende sein:

«Und es wird ein Zweig hervorgehen aus dem Stumpf Isais und ein Schössling hervorbrechen aus seinen Wurzeln. (Jesaja 11,1)

30 Silberlinge

Wenn ein Rind einen Mann oder eine Frau so stößt, dass sie sterben, muss man es steinigen und sein Fleisch darf nicht gegessen werden. Der Besitzer des Tieres bleibt straffrei. War das Rind früher schon stößig, aber sein Besitzer hat es trotz entsprechender Hinweise nicht eingesperrt, und es tötet einen Menschen, dann muss nicht nur das Rind gesteinigt werden; auch sein Besitzer muss sterben. Fordert ´die Familie des Getöteten stattdessen` ein Sühnegeld, dann kann er sein Leben freikaufen, indem er den geforderten Betrag vollständig bezahlt. Stößt das Rind einen Jungen oder ein Mädchen ´zu Tode`, dann gilt dasselbe Gesetz. Stößt es einen Sklaven oder eine Sklavin ´zu Tode`, soll der Halter des Tieres dem Sklavenbesitzer dreißig Silberstücke bezahlen. Das Rind muss gesteinigt werden. (2. Mose 21,28-32)

Könnte es sein, dass diese Bibelstelle auch schon eine Andeutung auf Jesus in sich trägt? Warum durfte man das Rind nicht mehr essen, wenn es jemanden zu Tode stiess? Das macht auf einer körperlichen Ebene wenig Sinn. Sicherlich hätte das Rind noch reichlich Nahrung geboten.

Mir kommt da die Aleph in den Sinn. Auf hebrew4Christians steht:

„Der Buchstabe Aleph ist der Vater des Aleph-Bet, dessen ursprüngliches Piktogramm einen Ochsen, Stärke und Anführer darstellt. Sein Zahlenwert ist 1 (und auch 1000), und er ist ein stummer Buchstabe. Aleph ist daher in seiner Ordnung herausragend und spielt auf die unaussprechlichen Geheimnisse der Einheit Gottes an. Tatsächlich, das Wort „Aluph“ אַלּוּף (abgeleitet vom Namen dieses Buchstabens) bedeutet «Meister» oder «Herr».

Vom Phönizischen/Ketav Ivri verwandelte sich der Buchstabe Aleph in den griechischen Buchstaben α (Alpha), der dann das Latinische A wurde.»

Weiter steht dort, dass dieser Bezug zum Ochsen (Stier-Gott) einen heidnischen Hintergrund von einer alten Kanaanitischen Kultur gehabt haben könnte. Dies würde auch erklären, warum die Israeliten ein goldenes Kalb verehrten in der Wüste.

Könnte es diese Stelle auch eine Anspielung sein auf die Frage, ob wir dem rechten Gott dienen oder einem der uns zu Tode stösst? «Aleph», אַלּף, der ausgeschriebene Buchstabe, kommt in der Bibel in drei Bedeutungen vor:

  1. als «Rind/Ochse» (interessanterweise nur in Mehrzahl) zBsp. im 5. Mose 7,13,
  2. als «tausend» zBsp. 1. Mose 20,16
  3. als «lehren», zBsp. in Hiob 33,33: «und ich werde dich Weisheit lehren»

Der Ochse ist stärker als wir Menschen. Er half uns Menschen bei der Ackerarbeit. Und zusätzlich wurde er noch zur Nahrung, wenn er ausgedient hatte. Er ist der starke Diener des Menschen. Er wird aber tödlich gefährlich, wenn er dem Menschen nicht gut gesinnt ist und aggressives Verhalten an den Tag legt.

In dieser Bibelstelle kommen das erste Mal in der Bibel 30 Silberlinge vor. Es geht um Rechtsprechung vor 3500 Jahren. Wenn ein Rind einen Menschen zu Tode stösst, dann muss das Tier sterben, aber der Besitzer bleibt strafffrei. War das Rind jedoch schon zuvor aggressiv und der Besitzer hat trotz Warnung nichts getan, dann wird auch er schuldig. Er soll auch sterben. Die Familie des Verstorbenen kann aber auch ein Sühnegeld fordern anstatt des Lebens des Besitzers. Wieviel ist ein Menschenleben wert? Das bestimmt die betroffene Familie. Der Wert einer Sklavin oder eines Sklaven ist vorbestimmt. Sie kosten 30 Silberlinge.

Für mich erzählt diese Bibelstelle auch davon, dass die führenden Juden zur Zeit Jesu einem Ochsen, einer Lehre, einem Anführer folgten, der gefährlich wurde für die Menschen. Ihre Auslegung der Thora begann die Menschen unter ein erdrückendes Joch zu stellen. Darüber stritt sich Jesus ja oft auch mit den Pharisäern. Schlussendlich stiess ihre Lehre, ihr Ochse, Jesus zu Tode. Er wurde wegen angeblicher Gotteslästerung zum Tode verurteilt. Er hatte sie aber gewarnt, dass ihre Lehre nicht menschenfreundlich war. Sie bezahlten 30 Silberlinge für seinen Tod an Judas. Das war sein Wert als „Sklave aller“.

„So wie der Menschensohn nicht gekommen ist, dass er sich dienen lasse, sondern dass er diene und gebe sein Leben als Lösegeld für viele.“ Matthäus 20,28

30

Danach ging einer der Zwölf, Judas Iskariot, zu den führenden Priestern und sagte: »Was gebt ihr mir, wenn ich dafür sorge, dass ihr Jesus in eure Gewalt bringen könnt?« Sie zahlten ihm dreißig Silberstücke. Von da an suchte er nach einer günstigen Gelegenheit, Jesus an sie zu verraten.  Matthäus 26,14-16, ngü

Der mittlere Buchstabe im hebräischen Alephbeth ist die Lamed. Sie ist das Zentrum und repräsentiert den Zahlenwert 30. Als einziger Buchstabe ragt sie über die obere Linie hinaus. Sei überragt alle anderen. Sie richtet sich nach oben aus, nach dem Höchsten.

Das hebräische Wort für Judas ist «יְהוּדָה», Judah. Der Stamm Juda ist der regierende Stamm. Jakob segnete seinen vierten Sohn Judah und sprach ihm die ewige Herrschaft über alle Völker zu (Genesis 49,9-12). «יְהוּדָה», Judah, hat den Zahlenwert 30: 10_5_6_4_5. Dieser Stamm gab den Juden ihren Namen.

Judas, der die Kasse der Jesus-Bewegung verwaltete, richtete seinen Blick stärker auf die irdischen Güter anstatt sich über die Grundlinie, die irdischen Grenzen, hinauszustrecken nach Gott dem Höchsten, dem Allesvereinenden. Genauso tat es die regierende Schicht der Juden. Sie klammerten sich an das geschriebene Wort Gottes und erkannten das lebendige Wort Gottes nicht, als es unter ihnen wandelte.

Die Wortbedeutung von Lamed kommt von lernen/lehren. Als Schriftzeichen setzt sie sich zusammen aus dem Buchstaben «Kaf», 20. Kaf bedeutet die empfangende Hand, die Handinnenseite, die Handballe. Sie ist das empfangende, lernbereite, irdische Gefäss. Dann kommt die «Vav» dazu. Vav bedeutet «und». Das lernbereite, irdische Gefäss richtet ihren Blick nun über die Grundlinie hinaus, über das Sichtbare hinaus, auf Gott, den unsichtbaren Herrscher der Welt. Von ihm will es empfangen, lernen.

«Kaf», 20, und «Vav», 6, ergeben zusammen 26, ein Hinweis auf den Namen Gottes YHWH, 10_5_6_5. Nun kommt mit Judah, dem vierten und letzten Sohn der Lea, die 4 in den Namen Gottes: 10_5_6_4_5, JHWDH. In seiner besten Form entsteht hier eine Tür (Daleth, der vierte Buchstaben mit dem Zahlenwert 4) durch die Gott auf Erden regieren kann.

Welcher Judah sind wir? Wir Menschen sind als Herrscher im Sichtbaren gedacht (Gen1). Richten wir uns über das Sichtbare hinaus nach Gott aus oder bleiben wir in den sichtbaren Grenzen stecken? Lassen wir uns vom Schöpfer belehren? Werden wir so zu einer Tür die das Gott auf die Erde hineinlässt?

Shabbat Shalom!

Joseph – Musical

Tickets http://eventfrog.ch/joseph

Die Reformierte Kirche bringt gemeinsam mit dem Kirchen- und dem Shake-Awake-Chor ein frühes Musical von Andrew Lloyd Webber auf die Bühne. Sue führt Regie, David singt den Joseph und Esra singt und spielt einer der Brüder.

„Kommt, schaut her und seht, dass Joseph, den ihr tot geglaubt, als Bruder vor euch steht.“ – Aus dem Liedtext von Tim Rice, übersetzt von Heinz Rudolf Kunze.

Energie III

Hast Du schon mal mit Freunden Deine Gaben und Fähigkeiten gefeiert, die Du nicht hast? Ich auch nicht. 

Thomas Härry erzählt von einem solchen Fest und wie unglaublich befreiend es war seine Grenzen zu feiern und zu wissen, dass es andere Menschen gibt, die uns entsprechend ergänzen. 

Ich mag Persönlichkeitstests; DISG, StrengthsFinder, Myers-Briggs, SIMA,… Als wir 2017 während unserer Jüngerschaftsschule den Myers-Briggs-Test machten, dachte ich zuerst: „Ich brauche das nicht. Ich kenne mich gut genug.” Doch dann war es doch wieder eine enorme Bereicherung, auch gerade für unsere Ehe. (Ich habe dazu sogar einen Blogeintrag geschrieben.) Sich selbst besser zu verstehen, hilft auch andere besser zu verstehen und kann allgemein zu mehr Verständnis in Beziehungen führen. 

Als ich mich mit dem Konzept der “Redemptive Gifts” beschäftigte, kam mir bei einer bestimmten Gabe ein Freund in den Sinn. Ich sandte ihm als Ermutigung ein Video dazu. Er bestätigte, dass er etwas von dieser Gabe habe, aber auch noch von anderen. 

Interessanterweise schreibt Paulus die Verse in Römer 12,6-8 nicht in dieser Mischform, sondern er ordnet klar zu: ”…hat jemand jene Gabe, dann über er sie aus.”  Es steht eben nicht: “Dies sind die Gaben, die es gibt. Übt euch darin, möglichst viele davon anzuwenden.” Nein, Gott hat uns bewusst begrenzt geschaffen, damit wir uns brauchen und ergänzen müssen. Unsere Begrenzungen zu kennen ist heilsam. 

StrengthsFinder fokussiert sich bewusst auf unsere Top 5 Stärken. Mit Tests haben sie herausgefunden, dass man zwar mit viel Training stärker werden kann in Dingen, die einem nicht leicht fallen, aber wenn man in seinen Stärken trainiert wird, ist die Verbesserung um ein vielfaches grösser. Wenn man dann noch in seinen Stärken leben kann, dann ist die Chance gross, zu brillieren. 

Warum haben wir Angst davor, einseitig und limitiert zu sein? Es macht uns verletzlich und ergänzungsbedürftig. Aber könnte es nicht sein, dass sogar Gott limitiert und ergänzungsbedürftig ist oder zumindest, dass er sich selber limitiert und ergänzungsbedürftig gemacht hat? Auf jeden Fall liess er es noch nicht wachsen, bevor nicht jemand da war, der die Erde bearbeiten konnte.  Er hat sich selbst verletzlich gemacht. Wenn nicht seit dem Urknall, dann bestimmt bei seiner Fleischwerdung.

Ich habe schon oft gehört, dass Gott uns nicht braucht. Davon bin ich nicht überzeugt. Vielleicht hätte er eine Welt schaffen können, in der er uns nicht gebraucht hätte, aber ich glaube, das hat er nicht. Und überhaupt: Nicht braucht wofür? Um den Planeten zu retten? Wozu braucht er uns nicht? Ist es nicht vielmehr so, dass dieses “Brauchen” Ziel seiner Schöpfung war? Dass er ganz bewusst sich darauf einliess von uns abhängig zu sein, weil es Beziehung auslöst und ausmacht? Zumindest begrenzt auf Raum und Zeit. 

Ich habe einmal eine wunderschöne Interpretation von Genesis 2,18 gehört: “Es ist nicht gut, dass der Mensch alleine ist.” Dies ist kein Fehler in der Schöpfung, sondern eine universale Regelsetzung Gottes. Er hat dieses “nicht gut” ganz bewusst als eine Realität festgelegt. 

Die Energie der Identität ordne ich der Gabe des Lehrens zu. Sie ordnet ein, ordnet zu, verfeinert, bestimmt, klassifiziert,… und befreit uns davon, alles sein zu müssen. Dazu passend finde ich den Tisch der Schaubrote. Wir zerkleinern das Brot zuerst mit unseren Händen, dann mit den Zähnen, dann mit unserem Magensaft, bis es im Dünndarm so stark in Einzelteile zerkleinert ist, dass es ins Blut aufgenommen werden kann. 

Im Blut ist das Leben. Die Gabe des Lehrens hilft uns, unseren Anteil zu erkennen und zu verfeinern, bis wir es in täglichen Portionen ins Leben in der Gemeinschaft mit unseren Mitmenschen einspeisen können. Je besser es uns gelingt, unseren Teil zu erkennen, akzeptieren und umarmen, desto weniger stehen wir in der Gefahr, der dazugehörigen Todsünde zu verfallen; dem Neid. 

Vielleicht sollte ich wirklich mal so ein Fest der Begrenzung feiern. Wärst Du dabei?

Shabbat Shalom!