Unser südafrikanischer Sommer/Winter

Unsere zweite Südafrika-Reise ist wieder eine Weile her. Im Juni flogen wir mit unseren Jungs die lange Reise bis nach Johannesburg mit Zwischenhalt in Abu Dabi. Die ersten Höhepunkte für unsere Junioren waren die Filme, die sie auf den stundenlangen Flügen anschauen durften, nebst unserem Zwischenhalt in einem spannenden Land.

Nach 6 Stunden Flugzeit landeten wir in Abu Dabi. Hier hatten wir 9 Stunden Aufenthalt bevor uns unser nächster Flug nach Johannesburg brachte. Wir verliessen das Flughafengebäude und erlebten die Hitze eines ganz normalen Abends in AbuDabi. Es war wie wenn wir einen Backofen betreten würden. Nach dem gekühlten Inneren des Flughafens traf uns die Hitze wie ein Schock. Zu Beginn standen wir einfach nur da, um das geschäftige Treiben des Flughafens und die Hitze auf uns wirken zu lassen. Sehr eindrücklich!

Wir versuchten schlau zu werden aus dem Bussystem um kurz mal in die Stadt zu fahren. Aber da wir weder die Schilder lesen noch ein Wort der Sprache kannten, wandten wir uns an einen Taxifahrer, die es in Hülle und Fülle gab vor dem Flughafengebäude. (Verrückt wenn man wirklich kein Wort lesen und verstehen kann. Eine ganz neue Erfahrung. In Europa können wir uns mit unseren deutsch-, französisch-, englisch-, italienisch-Kenntnissen durchschlagen, aber hier… Keine Chance! Gott sei Dank klappte es mit der englischen Sprache und so wurden wir sofort an die gewünschte Adresse gefahren; ein Restaurant, welches wir auf die Schnelle im Internet herausgesucht hatten. Wir vertraten uns etwas die Beine und liessen die Umgebung auf uns wirken, bevor wir wieder im angenehm kühlen Flughafengebäude auf unseren nächsten Flieger warteten.

In Südafrika angekommen, verschanzten wir uns erst einmal in einem Cafe, um dort auf unsere Kontaktperson zu warten. In Johannesburg war es nicht ratsam für uns aus dem Flughafengebäude zu gehen, um ein Taxi zu nehmen. Das wäre viel zu gefährlich gewesen. Wohlbehalten erreichten wir aber die YWAM Base (Jugend mit einer Mission – JMEM Basis) in Johannesburg. Unsere Gastgeber waren sehr grosszügig und zuvorkommend. Es war sehr spannend ihren Geschichten, Abenteuern und Erlebnissen zu lauschen. Wieder riet man uns nicht aus dem Haus zu gehen, da die Gegend für uns zu riskant gewesen wäre, weil man uns von weitem ansah, dass wir Touristen sind. Die Frage unter den Mitarbeitern der Base ist nicht „ob“, sondern „wie oft“ man schon überfallen worden ist. Die YWAM Base Johannesburg trägt den Namen http://josephproject.org.za/l_visitors_about_us.html und bietet Hausaufgabenhilfe und einen sicheren Platz für Kinder nach der Schule an. Trotz der Kriminalität auf den Strassen haben wir doch oft Kinder ohne Begleitung eines Erwachsenen gesehen.

Unser nächster Halt war die Stadt Pretoria. In einem Township besuchten wir die YWAM Base Pretoria. Die Menschen dort investieren sich in Studenten und wollen ein Café aufbauen, um mit Studenten ins Gespräch zu kommen. Wir waren weit und breit die einzigen Menschen mit weisser Hautfarbe. Ein Umstand, den wir bis dahin noch nicht gekannt hatten. Auf unserem Spaziergang durch das Township spielten wir mit Kindern aus einem Waisenheim Basketball. Das war ein fröhlicher, bunter Haufen. Am Abend sprachen wir lange mit dem Leiter der Base, denn es gab (und gibt immer noch) so viel zu fragen und zu verstehen von diesem Land. Mit jedem Gespräch lernten wir mehr über die Geschichte dieses Landes, die verschiedenen Volkgruppen, die (mehr oder weniger) miteinander leben, über die Herausforderungen und Schwierigkeiten und hörten natürlich auch die Meinung und Lösungsvorschläge unserer Gesprächspartner.

Am nächsten Tag wurden wir abgeholt und wir besuchten eine Hausgemeinde in einem anderen Viertel der Stadt. Nach dem Gottesdienst wurde gemeinsam gegessen und ein Mitglied der Gruppe wollte unseren Jungs gerne einen Fussball kaufen, bevor uns unsere Reise weiter ins Land nach Ventersdorp führte. Dort besuchten wir ein älteres Ehepaar, welches bald nach Migdol ziehen würde, um dort die amtierende Pastorin zu ersetzen. Dieser Besuch war ein grosser Kontrast zu den vorherigen Begegnungen. Auf den YWAM Bases ging es recht salopp zu und her, sei es im Umgang miteinander, aber auch wie der Glaube gelebt wird. Die Inneneinrichtungen waren mehr praktisch und zweckmässig statt schön, aber dieser Besuch bei diesem Pastorenehepaar war total anders. Alle Zimmer waren schön eingerichtet und der Umgang miteinander war eher steif und gesetzt. Da waren wir als Eltern froh, dass unsere Kinder gute Tischmanieren an den Tag legten. Später haben wir dies dann mit unseren Kids thematisiert und ich habe gestaunt, wie besonders dieser Wechsel auf sie gewirkt hat, wie sie es aufgenommen und wie sie die verschiedenen Orte und Menschen wahrgenommen haben.

Weiter ging es auf die nächste YWAM Base https://www.ywampotch.com/. Dies war fast ein nach Hause kommen, da wir diese Base schon im März besucht hatten, als nur David und ich uns auf unsere erste abenteuerliche Reise nach Afrika aufmachten. Es war schön bekannte Gesichter wiederzusehen und Anteil zu nehmen an dem, was bei Ihnen seit unserem letzten Besuch passiert ist.

Da wir in Südafrika kein Auto mieten konnten, waren wir auf Andere angewiesen, die uns zu den verschiedensten Orten hinbrachten. In den Städten war es einfach mit „Uber“ eine Transportmöglichkeit zu finden, aber weiter draussen waren wir auf den „Goodwill“ von Anderen und deren Netzwerk angewiesen. Daraus ergaben sich wieder Möglichkeiten, Menschen aus diesem fernen Land kennenzulernen und es gab schöne Begegnungen auch wenn manche davon nur sehr kurz waren.

Mit verschiedensten Autos waren wir in Südafrika unterwegs. Dieses hier war mit Abstand unser Favorit!

Von der Grosszügigkeit unserer Gastgeber waren wir immer wieder erstaunt. Egal wo wir hinkamen wurden wir herzlich begrüsst und mit Essen, Getränken und einem Schlafplatz versorgt. Mit jeder Begegnung mit Menschen lernten wir mehr über dieses wunderschöne Land, in dem wir uns befanden.

Nach einer Woche hatten wir schon viele Menschen kennengelernt und durften dann für mehrere Tage zu einer älteren Dame, die uns schon bei unserer letzten Reise sehr liebevoll aufgenommen hatte. Dort erlebten wir die wunderschöne Landschaft und die Tierwelt, für die Südafrika so bekannt ist, hautnah. Wir durften in einem Cottage auf Ihrem Grundstück wohnen und versuchten Ihren Tennisplatz, der von der Zeit und später auch noch von einem Nashorn malträtiert worden war, wieder auf Vordermann zu bringen.

Cottage auf der Lindbergh Farm

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