{"id":893,"date":"2021-04-19T15:46:45","date_gmt":"2021-04-19T13:46:45","guid":{"rendered":"http:\/\/davidmarmet.com\/?p=893"},"modified":"2021-04-19T15:46:45","modified_gmt":"2021-04-19T13:46:45","slug":"warum-starb-jesus-fuer-mich-eine-reflexion","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/davidmarmet.com\/?p=893","title":{"rendered":"Warum starb Jesus f\u00fcr mich? &#8211; eine Reflexion"},"content":{"rendered":"<p>Vor wenigen Wochen feierten wir das Osterfest. In den Schaufenstern sahen wir Hasen und Eier in allen Fr\u00fchlingsfarben. &#8211; (Wie war das nochmal? Was ist damals passiert?) &#8211; Jesus von dem sie\u00a0sagten er sei der K\u00f6nig der Juden oder der Messias wurde auf eine\u00a0damals\u00a0\u00fcbliche, grausame Weise hingerichtet. Nach seinem Tod wurde er in Eile in ein leeres Grab gelegt, weil der Shabbat begann. Nach dem Shabbat aber war das Grab leer. Jesus ist von den Toten auferstanden. &#8211; (Okay und warum starb Jesus nochmal? Und warum ist das f\u00fcr mich wichtig?)<\/p>\n<p>Diese Frage geht mir in den letzten Tagen durch den Kopf. Die Erkl\u00e4rung mit der ich aufgewachsen bin: \u201eJesus starb f\u00fcr uns damit wir vers\u00f6hnt sind mit Gott dem Vater\u201c (Also hat der was gegen mich? &#8211; Nicht wirklich, aber er mag keine S\u00fcnde(r)). Ich habe im Laufe der Zeit viele Geschichten dar\u00fcber geh\u00f6rt, warum dies so sein muss. Eine davon ist, dass wir mit jeder einzelnen S\u00fcnde, die wir begehen, einen Pfeil auf Gott abschiessen. Gott l\u00e4sst sich dies aber nicht gefallen und schiesst zur\u00fcck. \u201eGott sei Dank\u201c st\u00fcrzt sich Jesus dazwischen und f\u00e4ngt die Pfeile ab und stirbt f\u00fcr mich. &#8211; (\u00c4hm, also Gott verlangt von uns, dass wir vergeben, aber er selbst vergibt nicht, obschon er das im \u201eVater unser\u201c so sagt ,&#8230; wie auch wir vergeben unseren Schuldigern&#8230;\u201c? Braucht Gott einen S\u00fcndenbock?)<\/p>\n<p>Eine andere Erkl\u00e4rung lautet so, dass wir mit all dem Unrecht, das wir begangen haben uns unrein machen und so nicht vor Gott treten k\u00f6nnen. Gott ist so heilig, dass wir zuerst sauber sein m\u00fcssen bevor wir zu ihm gehen k\u00f6nnen, denn er kann Schmutz nicht ausstehen. Gott kann uns dann durch die Brille von Jesu Tod ansehen. Durch den Tod von Jesus sind wir sind reingewaschen und k\u00f6nnen so sauber vor Gott treten. &#8211; (\u00c4hm, aber Jesus war auch dauernd unter den Menschen und die waren doch unrein und nicht perfekt? Sind Gott und Jesus nicht ein und die-\/derselbe?)<\/p>\n<p>Diese Erkl\u00e4rungen klangen f\u00fcr mich je l\u00e4nger je mehr nach dem Spiel guter\/b\u00f6ser Polizist. Gott klagt mich an f\u00fcr alle meine Fehler und verurteilt mich zum Tode. In letzter Sekunde springt Jesus auf und ruft: \u201eNein, nein, f\u00fcr sie bin ich gestorben, ich kenne sie und sie kennt mich.\u201c Gott dreht sich um, schl\u00e4gt mit der Faust auf die Armlehne seines Thrones und ruft: \u201eMist schon wieder eine durch die Lappen.\u201c<\/p>\n<p>Das gr\u00f6sste Problem wurde f\u00fcr mich aber, wie der Vater dargestellt wird. Mit Jesus hatte ich da gar keine Probleme, der war mein Freund und starb sogar f\u00fcr mich. Aber der Vater? In welchem Licht erscheint er? Gott wird sooooo w\u00fctend dar\u00fcber, dass ich Unrecht tue. Er wird dermassen w\u00fctend, dass unbedingt jemand sterben muss damit er seine Wut abreagieren kann. Das heisst, er l\u00e4sst seinen Sohn t\u00f6ten und dann ist alles wieder in Butter? (Also ehrlich gesagt weiss ich nicht, ob mit einem solchen Typen befreundet sein m\u00f6chte. Sein Sohn ist ja voll Okay, aber der Vater hat irgendwie ein Problem!)<\/p>\n<p>Ist das wahr? Muss Gott wirklich Blut und Tod sehen um mit mir\/uns Menschen eine Beziehung haben zu k\u00f6nnen?<\/p>\n<p>Vor ungef\u00e4hr 20 Jahren hat Gott w\u00e4hrend einer Zeit der Stille zu mir gesagt: \u201eIch bin nicht so wie du denkst, dass ich bin.\u201c Das war der Anfang einer langen Reise, die mich Gott Vater n\u00e4her brachte. Sie f\u00fchrte mich durch trockene, sengende W\u00fcsten, zu schwindelerregenden H\u00f6hen, zu verborgenen Quellen und sprudelnden Bergb\u00e4chen. Wie konnte ich einem Gott vertrauen, der seinen Sohn t\u00f6ten liess um seinen Zorn zu bes\u00e4nftigen? Bei dem ich nicht wusste, ob das Opfer, das Jesus brachte auch reichen w\u00fcrde. Es k\u00f6nnte ja sein, dass ich etwas tue, das ihn wieder w\u00fctend macht und was dann? W\u00fcrde ich diesmal wieder ungeschoren davonkommen? Ich war Jesus total dankbar f\u00fcr alles, was er f\u00fcr mich getan hatte, aber mit dem Vater wollte ich lieber nicht all zu viel\u00a0zu tun haben. Man kann ja nie wissen&#8230; Und doch war dieses Verlangen da, Gott besser kennen zu lernen. Ich liebte diesen Gott auch wenn ich, gelinde gesagt, ein etwas gest\u00f6rtes Verh\u00e4ltnis zu ihm hatte.<\/p>\n<p>Die letzten 20 Jahre hat Gott mich weggef\u00fchrt von so vielem von dem ich dachte ich m\u00fcsse es tun, um Gott zu gefallen. Ich dachte, ich m\u00fcsse jeden Tag Bibel lesen, ich m\u00fcsse jeden Sonntag in den Gottesdienst gehen, ich m\u00fcsse anderen Menschen von Gott erz\u00e4hlen, ich m\u00fcsse ein gutes Leben leben, um in den Himmel zu kommen, ich muss &#8230;, ich sollte noch &#8230;., ich muss &#8230; &#8211; Bis ich aufh\u00f6rte in der Bibel zu lesen (letztes Jahr fing ich wieder an, weil wir eine Bibelschule machten &#8211; ohne Bibellesen ging da nichts \ud83d\ude09), weil alles, was ich las, klagte mich an. Ich hatte das Gef\u00fchl niemals gen\u00fcgen zu k\u00f6nnen. Ich h\u00f6rte auf in die Gottesdienste zu gehen. Alles was von der Kanzel kam, setzte mich unter Druck mich noch mehr anzustrengen (obwohl das sicherlich nicht so gemeint war). Ich wollte Gott direkt h\u00f6ren. Ich wollte den direkten Draht. Ich wollte Gott im Alltag, jeden einzelnen Tag, ehrlich, lebendig, authentisch, echt, ohne \u201eso tun als ob\u201c, ohne Floskeln, ohne verkrampft zu sein.<\/p>\n<p>Also wie ist dieser Gott denn nun? Wie bring ich diese Bilder mit dem liebenden Vater zusammen, von dem immer gesprochen wird? Warum musste denn dieser Jesus sterben, wenn Gott ein liebeder Vater ist und nicht diese w\u00fctende Furie?\u00a0Was wenn es gar nicht um Strafe geht bei diesem Kreuzestod? Was ist wenn es gar nicht darum geht Gott zu bes\u00e4nftigen? Was wenn es um mich und meine Scham geht? (H\u00e4? Wie jetzt? Jetzt geht`s pl\u00f6tzlich um Scham? \ud83e\udd14)<\/p>\n<p>Ganz zu Beginn in der Bibel (1.Mose 3) finden wir zwei\u00a0die sich\u00a0sehr\u00a0gesch\u00e4mt haben f\u00fcr ihre Nacktheit, dass sie sich\u00a0sogar aus Feigenbl\u00e4ttern Lendensch\u00fcrzen machten. Diese Bekleidung hielt wohl nicht seht lange aber es war besser als nichts. (Gott dachte wohl bei sich: \u201cNein so geht das nicht, so sind Adam und Eva nur mit ihrer Kleiderherstellung besch\u00e4ftigt, es muss anders gehen \ud83d\ude09) Nicht Gott sch\u00e4mte sich f\u00fcr die Nacktheit, denn er hatte Adam und Eva so geschaffen, aber er brachte eine langanhaltende L\u00f6sung f\u00fcr die beiden und gab ihnen Fellkleidung. Daf\u00fcr musste ein Tier sterben, doch so fand das Thema Scham eine abschliessende L\u00f6sung, Adam und Eva konnten sich gesch\u00fctzt und frei auf der Erde bewegen.<\/p>\n<p>Wir basteln uns heutzutage keine Lendensch\u00fcrzen aus Feigen mehr und doch wissen wir alle was Scham ist\u00a0(Bin ich richtig, so wie ich bin? Bin ich sch\u00f6n genug? Leiste ich genug? Geh\u00f6re ich dazu?) und kennen Scham-Schutz-Mechanismen. Tief in uns wissen wir, dass wir vor Gott nicht bestehen k\u00f6nnen. Im Licht seiner Heiligkeit, f\u00fchlen wir uns besch\u00e4mt, unw\u00fcrdig und klein (wie Jesaja) und doch versuchen wir uns selbst einzureden, dass das schon okay ist was wir tun oder \u00fcberzeugen andere davon, dass das was wir tun total in Ordnung ist. (So eine kleine Notl\u00fcge tut doch niemandem weh, in unserer Gesellschaft wird das so akzeptiert und praktiziert.) Wir halten uns an die neutestamentlichen Prinzipien, arbeiten ehrenamtlich in der Kirche mit, gehen nach Afrika in die Mission, unterst\u00fctzen Missionare in Peru, lesen t\u00e4glich in der Bibel, &#8230; tun 1000 Dinge um Gott zu gefallen und uns vielleicht doch noch seine Gunst zu verdienen. Dazu eine kleine Geschichte:<\/p>\n<p>Ein Mann kommt in den Himmel, steht vor dem Himmelstor und fragt Petrus: \u201eHallo Petrus, kann ich rein?\u201c &#8211; Petrus antwortet: \u201eHm, keine Ahnung, wieviele Punkte hast du?\u201c &#8211; \u201ePunkte? Wie? Was? &#8211; Wieviel Punkte brauche ich denn?\u201c &#8211; Petrus antwortet: \u201e100 Punkte, du brauchst 100 Punkte\u201c &#8211; \u201eOh \u00e4hm, also ich habe 20 Jahre in der Suppenk\u00fcche gearbeitet, Menschen geholfen&#8230;\u201c. &#8211; \u201eAh ja, das gibt einen Punkt.\u201c &#8211; \u201eWas einen Punkt? Einen Punkt pro Jahr?\u201c, fragt der Mann. \u201eNein, einfach einen Punkt\u201c &#8211; \u201eOh, okay&#8230; dann war ich noch Pastor f\u00fcr 25 Jahre&#8230;\u201c &#8211; \u201eAha\u201c, meint Petrus \u201ealso gut daf\u00fcr gebe ich dir auch einen Punkt\u201c. Der Mann vor dem Himmelstor sucht verzweifelt nach weiteren Dingen, die ihm einen Punkt einbringen k\u00f6nnten. Da taucht ein anderer Mann auf und marschiert mit grossen Schritten auf das grosse Tor zu. Der ehemalige Pastor unterbricht seine Gedanken und erkennt in dem anderen Mann einen Gesch\u00e4ftsmann. Dieser winkt Petrus zu und ruft: \u201eHallo Petrus\u201c &#8211; \u201eHey wie geht`s? Alles klar?\u201c &#8211; \u201eJa alles in Ordnung\u201c und mit diesen Worten verschwindet er hinter dem Tor. \u201eHey was ist mit diesem Typen?\u201c ruft der erste Mann aufgebracht. Petrus schaut ihn nur verst\u00e4ndnislos an und meint: \u201eAch, der! &#8211; Weisst du, der spielt dieses Spiel nicht mit &#8230;\u201c<\/p>\n<p>Nicht Gott brauchte den Tod Jesu um uns wieder anschauen zu k\u00f6nnen, sondern\u00a0wir Menschen brauchen ihn um Gott wieder anschauen zu k\u00f6nnen. Der Tod Jesu beantwortet etwas in mir, er beantwortet nicht etwas in Gott. Die letzten Jahre waren eine Reise f\u00fcr mich: von einem Gott, der das Opfer \u201ebraucht\u201c &#8211; zu einem Gott der das Opfer \u201eist\u201c.<\/p>\n<p>\u00c4hm &#8211; und wo in der Geschichte finden wir die Hasen und Eier? Tja, das ist ein anderes Thema&#8230; vielleicht in einem anderen Blog \ud83d\ude09<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Vor wenigen Wochen feierten wir das Osterfest. In den Schaufenstern sahen wir Hasen und Eier in allen Fr\u00fchlingsfarben. &#8211; (Wie war das nochmal? 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